MwSt. Senkung zu kurz gesprungen – Weitere Hilfen erforderlich

Aufgrund der Skepsis, dass die kurzzeitige Mehrwertsteuersenkung um 3% bzw. 2% weder den Verbraucher zu mehr Konsum animiert noch die Unternehmen in der Corona-Krise spürbar entlastet, appelliert das Neuwieder WirtschaftsForum an das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium.
In einem Schreiben fordert das Netzwerk Staatssekretär Dr. Volker Wissing auf, die Berechnungsgrundlage der Mehrwertsteuersenkung darzulegen und die beschlossen Senkung von 19% auf 16% bzw. beim ermäßigten Satz von 7% auf 5%, auf mindestens eineinhalb Jahre zu verlängern.
Hintergrund ist der enorme administrative Aufwand für den Mittelstand, der mit der Umstellung von Software, Formularen und Preisauszeichnungen verbunden ist. Dieser steht nicht im Verhältnis zu den erhofften Mehreinnahmen. Außerdem, so kritisiert das WiFo, erfahren Unternehmen aus dem B2B-Bereich gänzlich keinen positiven Effekt aus der Mehrwertsteuersenkung. Stattdessen, so führt der zweite Vorsitzende Cornelius Kirsche aus, wären andere steuerliche Maßnahmen zielführender gewesen, um für eine langfristige Entlastung zu sorgen. „Die Senkung von Ertragssteuern, sprich der Einkommens-, Körperschafts- oder Gewerbesteuer über mindestens eineinhalb bis drei Jahre würde den Unternehmen eine planbare Wirtschaftssituation ermöglichen“, argumentiert Cornelius Kirsche.
Das WiFo, als Sprecher für Selbstständige, Dienstleistungen, Handwerk und produzierendes Gewerbe bedauert, dass die Hoffnungen in das Konjunkturpaket groß aber die Enttäuschung nach Bekanntgabe der Details noch größer war.
Abschließend formuliert das WiFo die Hoffnung, dass das Wirtschaftsministerium weitere Maßnahmen beschließt, um die Schäden der Corona-Krise zu kompensieren und den Mittelstand und die damit verbundenen Arbeitsplätze in der Region zu sichern.