Über 70 Bewerberinnen und Bewerber führten am 10. September insgesamt mehr als 140 Videogespräche mit 30 verschiedenen Ausbildungsbetrieben aus der Region

Neuwied. Für viele Arbeitgeber und Ausbildungssuchende der Region ist das Neuwieder Azubi-Speed-Dating ein fester Termin im Kalender. Die Organisatoren vom WirtschaftsForum Neuwied, der IHK-Regionalgeschäftsstelle Neuwied, der Agentur für Arbeit Neuwied, der Kreishandwerkerschaft Rhein-Westerwald und dem Jobcenter Neuwied haben coronabedingt wegen der fehlenden Möglichkeit zur Durchführung einer Präsenzveranstaltung auf ein neues Konzept gesetzt. „Wir blicken auf eine erfolgreiche Veranstaltung zurück – auch wenn dieses Mal manches anders war. Wir freuen uns, dass wir die Wirtschaft in Neuwied und Umgebung, sowie die Bewerber bei der Suche nach Ausbildungsverhältnissen unterstützen konnten“, bilanziert Wolfgang Beth vom Wirtschaftsforum Neuwied das Ergebnis des Azubis-Speed-Datings, welches am 10.09.2020 zwischen 14:00 Uhr und 16:00 Uhr erstmalig in digitaler Form stattgefunden hat.

Die Bewerberinnen und Bewerber erhielten in diesem Jahr die Möglichkeit, sich ganz unkompliziert per Videogespräch vorzustellen „Auch wenn der Anlass COVID-19 der Motor für dieses Pilotprojekt war, sehen wir – unabhängig von der Pandemie – große Potenziale für die Unternehmen durch die Nutzung dieses modernen Personalmanagementinstruments“, ergänzt IHK-Regionalgeschäftsführer Martin Neudecker.
Die Rückmeldungen der teilnehmenden Betriebe wurden sorgfältig ausgewertet und so weiß man, dass für einige der Unternehmen die digitale Durchführung eine Herausforderung darstellte. „Gerade die kleineren Arbeitgeber hatten zuvor noch nie online ihre Bewerbungsgespräche geführt. Technische Probleme blieben dennoch weitestgehend aus. Und wenn, wusste man sich zu helfen und griff hier und da einfach kurzerhand zum Telefon. Dennoch kam wohl eine kleine Zahl der geplanten Gespräche leider nicht zu Stande. Es lag hier aber in den seltensten Fällen an der Technik, sondern eher an den Bewerbern, welche ihre Anmeldung nicht als verbindlich angesehen hatten.“, bedauert Anika Müller-Ellerwald vom WiFo Neuwied die aufgetretenen Schwachpunkte.
„Wir sind den teilnehmenden Unternehmen dankbar für Ihre Bereitschaft, dieses neue Format zu testen – und der Erfolg gibt allen Beteiligten recht“ hofft Fred Kutscher von der Kreishandwerkerschaft auf viele Kontakte im Nachgang zu diesem ersten Kennenlernen.

Die individuelle Umsetzung erforderte natürlich auch sehr intensive Vorarbeiten durch das Organisationsteam. „Wir haben das alles mit bereits vorhandenen IT-Instrumenten steuern können, der Arbeitsaufwand war aber deutlich höher als im Vorjahr“, sagt Sarah Dahm von der IHK-Regionalgeschäftsstelle. Das Organisationsteam hatte im Vorfeld unter anderem die gesamte Terminplanung übernommen, die teilnehmenden Unternehmen mussten lediglich kurz vor dem Veranstaltungstag mit dem Bewerber in Kontakt treten, um das Medium für den Videocall festzulegen. „Aber natürlich könnten wir uns für die Zukunft auch den Einsatz einer IT-Matching-Plattform vorstellen“ zeigt Julia Flada von der Agentur für Arbeit Neuwied Möglichkeiten für eine technische Weiterentwicklung auf.

Dirk Arenz vom Jobcenter des Landkreise Neuwied freut sich, dass erfolgreiche Elemente beibehalten werden konnten: „Ohne große Hindernisse konnten sich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei den Arbeitgebern präsentieren und durch ihren persönlichen Eindruck die Türen für Vorstellungsgespräche in den Unternehmen öffnen.“ Wie die ersten Rückmeldungen zeigen, stehen aktuell noch mehr als 20 vertiefende Bewerbungsverfahren aus und es ist schon ein Praktikumsvertrag geschlossen worden.

Obwohl das Organisationsteam eine durchaus positive Bilanz ziehen kann, möchte man das nächste Azubi-Speed-Dating im September 2021 lieber wieder in persönlicher Form stattfinden lassen. Genaue Informationen werden rechtzeitig auf der Homepage des Wirtschaftsforums Neuwied veröffentlicht: www.wifo-nr.de/azubi-speed-dating